VDKC: Verband Deutscher KonzertChöre e.V.

 
VDKC: Verband Deutscher KonzertChöre e.V.
 

In Deutschland gibt es rund 60.000 Chöre. Der weitaus größte Teil dieser Chöre gehört einem der sechs deutschen Chorverbände an. Über 380 Chöre haben sich für eine Mitgliedschaft im VDKC entschieden.

Die Geschichte des VDKC geht zurück auf Initiativen zur Bildung des „Schutzverbandes Deutscher Konzertgebender Vereine“ im Jahr 1921. Daraus ging der „Reichsverband der gemischten Chöre Deutschlands“ hervor, der am 7.5.1925 in Berlin gegründet wurde. Als „Verband gemischter Chöre Deutschlands“ erfolgte 1950 die Wiederbegründung. 1956 wurde er umbenannt in „Verband Deutscher Oratorien- und Kammerchöre“ (VDOK). Eine weitere Umbenennung in „Verband Deutscher KonzertChöre“ (VDKC) erfolgte am 11.5.1991, als die zunächst in einem eigenen Verband organisierten ostdeutschen Konzertchöre dem Chorverband beitraten.

Mehr denn je sprechen gute Gründe für eine Verbandsmitgliedschaft. Chöre sind - wie andere Vereine - unter immer schwieriger werdenden Rahmenbedingungen tätig. Es bestehen kulturelle, gesellschaftliche und politische Zusammenhänge. Aspekte der Verwaltung und Marktwirtschaft, der Ausbildung, Fortbildung, der Beschäftigung und Entlohnung, der Verlage und Urheber werden berührt. Es ist kaum vorstellbar, dass eine erfolgreiche Arbeit ohne Anbindung und Orientierung an einen Verband mit Gleichgesinnten und Gleichorientierten zu vollbringen ist.

Die Chorverbände unterstützen die Tätigkeit ihrer Mitgliedschöre auf individuelle Weise. Die Arbeit des VDKC ist auf leistungsorientierte Chöre ausgerichtet.

Diese Konzert- und Kammerchöre vollbringen kulturelle Leistungen, die denen der öffentlichen Orchester, Bühnen und Theater entsprechen. Damit bewegen sie sich im Grenzbereich zur Professionalität, ihre Leistungen haben ein professionelles Profil. Sie erfüllen Aufgaben von unschätzbarem Wert. Dies geschieht meist in freier Trägerschaft und mit erheblichen personellen und materiellen Leistungen. Der persönliche Einsatz ist außerordentlich hoch und das Maß öffentlicher Förderung im Verhältnis dazu bescheiden. Für diese leistungsorientierten Chöre will der VDKC günstige organisatorische und künstlerische Rahmenbedingungen schaffen.

Der VDKC stellt den künstlerischen Qualitätsanspruch vor quantitative Gesichtspunkte. Dennoch wünscht er sich weitere überdurchschnittlich gute und insbesondere Spitzenchöre als Mitglieder. Die Zusammenarbeit sollte dabei eng und aktiv sein, denn nur so wird sie gegenseitig den erwünschten Nutzen bringen.

Der Verband Deutscher KonzertChöre hat in den vergangenen Jahrzehnten eine günstige Entwicklung zu verzeichnen. In den 80er Jahren war der Mitgliederzuwachs stärker, nachdem zusätzliche Dienstleistungen des VDKC angeboten wurden. Nicht nur infolge des Mitgliederzuwachses in den neuen Ländern hat sich die positive Tendenz in den 90er Jahren weiter verstärkt.

Die Landesverbände Nordrhein-Westfalen, Nordwest, Baden-Württemberg und Berlin bestanden schon bei der Wiederbegründung nach dem Krieg. Entsprechend der weiteren Entwicklung in den folgenden Jahrzehnten wurden Landesverbände für Bayern, Rheinland-Pfalz/Saarland/Hessen, Berlin/Brandenburg/
Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen neu gebildet oder entstanden durch Teilung.

Während der Zuwachs an Chören seit 1957 (weiter zurückliegende Erfassungen sind nicht bekannt) im Jahresdurchschnitt 9,5 % beträgt, ist der Zuwachs an Sängerinnen und Sängern mit 7,4 % geringer. Dies liegt einerseits daran, dass vermehrt Kammerchöre und andere Chöre mit geringerer Stärke Mitglieder des Verbandes wurden, andererseits daran, dass in den großen Chören die Zahl der aktiven Mitglieder zum Teil rückläufig ist.

Höhepunkte in der Tätigkeit des VDKC und seiner Landesverbände sind Chormusiktage, an denen jeweils bis zu 50 Chöre mit mehr als 3.000 Sängerinnen und Sänger teilgenommen haben. Die Chormusikfeste begannen vor dem zweiten Weltkrieg 1935 Bremen, 1936 Augsburg und 1939 Graz. Sie wurden fortgesetzt 1953 Essen, 1960 Lübeck, 1963, 1967, 1971, 1975, 1979, 1983, 1987, 1991 Neuss und 1996, 2000 Schwerin. Eigenständige Chorfeste veranstalteten die Landesverbände: Der LVB Baden-Württemberg 1962 Tübingen und 1967 Esslingen. Der Landesverband Bayern 1957 Augsburg und 1985 Nürnberg. Der Landesverband Rheinland-Pfalz/Hessen/Saarland 1986, 1990 und 1993 Wirges. Der Landesverband Nordrhein-Westfalen 1992 Kleve, 1994 Dinslaken, 2002 Hilden und 2006 Krefeld. Der Landesverband Nordwest 1958 Goslar, 1965 Oldenburg, 1969 Wolfsburg, 1973 Osnabrück, 1977 Lübeck, 1981 Braunschweig, 1985 Oldenburg, 1989 Wolfsburg, 1993 Oldenburg, 1998 Hamburg, 2002 Lübeck und 2006 Lüneburg. Der Landesverband Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen 1996 Halle und 1998 Dresden.

Zu den Werkkunde- und Fortbildungsangeboten des VDKC gehören überregionale Chorstudien-Wochenenden, insbesondere zur Einstudierung ungewöhnlicher Werke oder zur Erarbeitung bestimmter Themenbereiche.

Im Zusammenhang mit den ChorKonzertTagen 1969, 1971 und 1975 erfolgte die Vergabe von Kompositionsaufträgen, die Durchführung von Kompositionswettbewerben und die Aufführung von Auftragskompositionen bzw. prämierten Kompositionen.

Gelegentlich führt der VDKC auch Konzerte in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen durch, um besondere Projekte zu realisieren.

Bei den vom VDKC durchgeführten Zusammenkünften, Seminaren, Lehrgängen, aber auch anlässlich der ChorKonzertTage und sonstigen Treffen standen der Erfahrungsaustausch und die Herstellung guter persönlicher Kontakte im Mittelpunkt. Schwerpunkte bildeten in der Vergangenheit die Aufführung zeitgenössischer Chorwerke und zeitgemäße Aufführungs- und Chorleitungspraxis. Organisatorische Fragen bildeten im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung den Mittelpunkt von Tagungen in den neuen Ländern. Vorsinge-Tage haben jungen Solisten die Möglichkeit gegeben, auf Landesverbands-Ebene einem größeren Kreis von Chorleitern und sonstigen Interessierten vorzusingen. Vorsinge-Tage wurden zuletzt in die ChorKonzertTage integriert.

Allein oder mit anderen Einrichtungen, u.a. mit dem Deutschen Musikrat und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Chorverbände, hat der Verband Einfluss auf kulturelle, soziale und politische Entwicklungen genommen, beispielsweise in der Frage der Künstlersozialkasse. Er hat vielbeachtete Untersuchungen zu Altersstrukturen, Repertoire, Eintrittsgeldern und Eintrittspreisen durchgeführt

 
URL: http://www.vdkc.de
 
 
 
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